Public Health Ausbildung in Deutschland: Geschichtliche Entwicklung

Die Geschichte der Public Health Ausbildung in Deutschland ist rund 25 Jahre alt. Nach gut zweijähriger Vorarbeit legte die Bundesregierung im Jahr 1989 eine Förderinitiative auf, die das Ziel hatte, an deutschen Hochschulen international konkurrenzfähige Strukturen der Forschung und Lehre für Gesundheitswissenschaften und Public Health aufzubauen. Aus den fünf geförderten Forschungsverbünden entstanden in den Jahren 1989–1995 neun postgraduale, universitäre, gesundheitswissenschaftliche Studiengänge mit den Abschlussbezeichnungen MPH ('Master of Public Health') oder M.S.P ('Magister Sanitas Publicae'), die nach ähnlichen Standards qualifizierten, anfangs jedoch stark auf nationale Fragestellungen fokussierten (v. Troschke 2001).

Die Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH) hat sich mit ihrer Gründung in der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung der Public Health Ausbildung engagiert. So wurden in den Jahren 1996 – 1999 Qualitätsstandards für insgesamt sechs Themenbereiche erarbeitet und im Grundlagenstudium einheitlich angewandt. Die Empfehlungen zielten auf die nationale Vergleichbarkeit des Wissens von Absolventinnen und Absolventen der Public Health Studiengänge (Dierks/Koppelin 2004) und umfassten Aussagen zu Inhalten und dem jeweiligen Mindestumfang des Lerninputs. Regelmäßig wurden Verbleibstudien durchgeführt, deren Ergebnisse zur Adjustierung der Studienprogramme genutzt wurden (v. Troschke 2007).

Public Health hatte sich damit Ende der neunziger Jahre in Deutschland als universitäre Fachrichtung, genauer als wissenschaftliche Weiterbildung für Akademikerinnen und Akademiker unterschiedlichster Erstqualifikationen, etabliert und sich parallel dazu internationalen Zusammenschlüssen angeschlossen. So waren z.B. zwei der Studienstandorte an der Entwicklung des ‚European Master’s Degrees in Public Health’ von ASPHER beteiligt, das in Kooperation mit der WHO und finanziell unterstützt durch die Europäische Union (DG Sanco) entstand.

 

Literatur

Dierks ML, Koppelin F (2004): Public Health Ausbildungsprofile und Berufsperspektiven in Deutschland. Freiburg: DKGW. Band 14.

v. Troschke, J (2001): Wer macht Public Health in Deutschland? Bundesgesundheitsbl 44: 763-770

v. Troschke, J (2007):Qualitätssicherung und -entwicklung der hochschulischen Aus- und Weiterbildung in der Medizin und den Gesundheitswissenschaften. GMS Z Med Ausbild 24(1):Doc69