Public Health Ausbildung in Deutschland: Aktuelle Situation

Mit dem Beginn des sog. Bologna-Prozesses, der Entwicklung eines europäischen Hochschulraumes mit vergleichbaren Abschlussgraden, begann eine neue Phase der Public Health Ausbildung: Public Health ist seit dem eine akademische Qualifikation in einem dreistufigen Studiensystem: Bachelor, Master und Promotion. In den ersten beiden Abschlussgraden unterscheiden sich Fachhochschulabschlüsse und Universitätsabschlüsse nicht mehr voneinander. Nur die Promotion ist bislang noch weitgehend Universitäten vorbehalten. Überwiegend wird für Public Health nach wie vor auf Master-Niveau ausgebildet. Anders als in der Zeit vor dem Bologna-Prozess existieren allerdings einige zuführende Bachelor Studiengänge, die bereits Kerninhalte von Public Health vermitteln. Zugleich wurde mit dem Bologna-Prozess eine externe Akkreditierung von Studiengängen eingeführt, die allerdings eher generelle Kriterien (z. B. Studierbarkeit, Übereinstimmung mit formalen Kriterien, Ressourcen) überprüft und weniger auf fachliche Kriterien abzielt. Nach wie vor bemüht sich die Kommission Lehre der DGPH um eine fachliche Weiterentwicklung.

Die Übersicht der Mitgliedstudiengänge der DGPH macht die Vielfalt der Bachelor- und Master-Studiengänge deutlich, die sich heute mit Public Health beschäftigen.

Auf Master-Ebene gibt es Studienangebote in Public Health an der Universität Bielefeld, der Hochschule Fulda, der Universität Bremen, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Medizinischen Hochschule Hannover, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, der Jade Hochschule Wilhelmshaven / Oldenburg / Elsfleth, der Berlin School of Public Health, der Leuphana Universität Lüneburg und der Technischen Universität Dresden.

Neben den Abschlussgraden Master of Science (M.Sc.) und Master of Arts (M.A.) kann in den Weiterbildungsstudiengängen auch der Master of Public Health (MPH) vergeben werden. Dabei ist die Art des Abschlussgrades kein Qualitätsmerkmal. Weiterbildungsmasterstudiengänge setzen allerdings Berufspraxis voraus, sind zum Teil weniger umfangreich und in der Regel kostenpflichtig.

 

Promotionsmöglichkeiten

Je nach Erstqualifikation und Promotionsordnung der jeweiligen Fakultät können Absolventinnen und Absolventen eines Master Studiums in Public Health an unterschiedlichen Fakultäten mit unterschiedlichen Titeln (z.B. Dr. phil, Dr. rer. pol., Dr. rer med.) zu Public Health relevanten Themen promovieren.

Spezielle Promotionsmöglichkeiten in Public Health (Dr. PH, bzw. Dr. rer. san.) bieten derzeit vier Universitäten in Deutschland an: Die Universität Bielefeld, die Universität Bremen, die Medizinische Hochschule Hannover und die Heinrich Heine Universität Düsseldorf.